Jose Carlos Mariátegui      PERU KÄMPFT
UNA PUBLICACION DEL CIRCULO DE TRABAJO MARIATEGUI  EN ESPAŅOL Y ALEMAN
Peru kämpft
Nr. 7
"EL DIARIO INTERNACIONAL": SPRACHROHR DER NEUEN OPPORTUNISTISCHEN LINIE IN DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI PERUS

Niemand kann die Tatsache leugnen, daß die strategische Wende der Kommunistischen Partei Perus (PCP), die der Parteichef, der Vorsitzende Gonzalo vorgeschlagen hat und die sich anfangs in der Generalpolitik "Für ein Friedensabkommen kämpfen und die Grundlagen für den 2. Parteitag schaffen!" spezifizierte, viele Opponenten unter den ausländischen Unterstützern der peruanischen Revolution hat. Eine Reihe von politischen Organisationen, die sich als Freunde der PCP betrachten, haben sich gegen diese Politik ausgesprochen, darunter die RIM ("Revolutionary Internationalist Movement"). Andere haben mehr Vorsicht walten lassen, unterstützen jedoch die Grüppchen im Ausland, die mit dem Spalterblock verbunden sind, jenem Block, der sich den Namen des Zentralkomitees der PCP angeeignet hat und aktiv die Spaltung und Zerstörung der Partei und ihrer Organisationen betreibt.

Die Unterstützer dieses Spalterblockes im Ausland verteidigen im wesentlichen die politischen Positionen ihrer Verbündeten in Peru, von denen sie "mit Bluff und Lügen irregeführt" worden sind, wie die Genossin Nancy in ihrer öffentlichen Selbstkritik vom 17. September 1995 sagte. Doch aufgrund des Mangels an stichhaltigen Argumenten hat jeder von ihnen seine eigenen "Entwicklungen der Linie" und Ansichten hinzugefügt.

"El Diario Internacional" ist wahrscheinlich das Presseorgan, das am vehementesten die neue opportunistische Linie verteidigt hat. Dieses Blatt hat einen relativ großen Leserkreis im Ausland, da es verstand, das Ansehen auszunutzen, das der Vorsitzende Gonzalo "El Diario" in Peru gab, als er ihm sein historisches Interview von 1989 gewährte. Luis Arce Borja, der damals vorübergehend diese Zeitung leitete, zog es kurze Zeit später vor, das Land zu verlassen, und begann von Brüssel aus unter dem gleichen Namen eine internationale Ausgabe zu veröffentlichen. Doch zwischen beiden Veröffentlichungen besteht ein entscheidender Unterschied. Während "El Diario" in Peru eine entschiedene Position für die neue große Strategie des Vorsitzenden Gonzalo eingenommen hat, hat Luis Arce Borjas "El Diario Internacional" dem Spalterblock dazu gedient, seine Lügen und Unterstellungen zu verbreiten und die Leser des Blattes zu verwirren. Der angerichtete Schaden ist um so größer als viele Leute in Europa meinen, die Zeitung sei das offizielle Organ der PCP, was sie weder in Peru und noch viel weniger im Ausland zu keiner Zeit gewesen ist. Sie war nichts weiter als "die einzige Tribüne, die wirklich dem Volk dient", wie es der Vorsitzende Gonzalo in seinem Interview ausdrückte. Doch diese Rolle kommt ihr nur zu, solange sie sich an die politische Linie der PCP hält. Entfernt sie sich jedoch von ihr, so ist "El Diario" ein Sprachrohr des Revisionismus und dient der Bourgeoisie. Und Luis Arce Borja, der sich als entschlossener Verteidiger der peruanischen Revolution und großer Kenner der politischen Generallinie der PCP auszugeben versucht, in Wirklichkeit aber nie mehr war als ein einfacher Sympathisant ohne irgendeinen organisatorischen Bezug zur Partei, entschlüpfen seine revisionistischen Kriterien, Ideen und Positionen, sowie er irgendeine eigene, nicht in den Dokumenten der Partei verankerte Idee von sich gibt. Der Beweis sind seine Äußerungen zur Verteidigung des Spalterblocks.

Die Position von "El Diario Internacional"

Die beiden Briefe des Vorsitzenden Gonzalo an den peruanischen Präsidenten Fujimori, in denen er Verhandlungen für ein Friedensabkommen vorschlägt, sind in den ersten Oktoberwochen 1993 verfaßt und öffentlich gemacht worden. Die Reaktion von "El Diario Internacional" erfolgte unverzüglich. Bereits in der Nr. 21 von September/Oktober 1993, also zu einem Zeitpunkt als kaum etwas über die Begründung und die Hintergründe dieser Politik bekannt war, werden die Briefe entschieden zurückgewiesen und als Fälschung und Aktion des psychologischen Krieges der peruanischen Regierung bezeichnet.

Diese Position konnte anfangs noch als vorschnelles Urteil aufgrund der Verwirrung, des niedrigen politischen Niveaus und der Unfähigkeit zur richtigen Analyse der Situation von seiten Arces entschuldigt werden. Doch schon bald erfuhren die Briefe eine Bestätigung durch eine Direktive des Vorsitzenden Gonzalo persönlich, durch die öffentliche Unterstützung einer Gruppe von Parteimitgliedern, die Gelegenheit hatten, mit der obersten Parteiführung zusammenzutreffen, und vor allem durch eine Reihe von Texten, die aus diesen Treffen hervorgingen. Diese Dokumente, die Anfang 1994 an die Öffentlichkeit drangen, enthalten eine umfassende Begründung, wieso der Vorsitzende Gonzalo meint, man müsse den Krieg beenden, und machen deutlich, daß diese Politik Teil einer Neuen Großen Strategie ist, die notwendig geworden ist, weil die Verhaftung der obersten Parteiführung eine strategische Wende der peruanischen Revolution bewirkte. Zu Beginn des Jahres 1995 wurden weitere Dokumente zugänglich gemacht, die aus neuen Zusammenkünften mit dem Vorsitzenden Gonzalo Ende 1994 hervorgingen, und die strategische Wende noch weitaus ausführlicher darstellen und die Usurpatoren des Zentralkomitees als Vertreter einer neuen opportunistischen Linie entlarven.

Doch all diese Tatsachen konnten die Position Arce Borjas in keiner Weise erschüttern. Er besteht weiterhin darauf, es handle sich um Erfindungen und Fälschungen der peruanischen Regierung und des nordamerikanischen Imperialismus, die das Ziel verfolgten, eine günstige öffentliche Meinung für Investitionen zu schaffen, den für die erste Novemberwoche 1993 angesetzten Volksentscheid über die neue peruanische Verfassung zu gewinnen, das Volk zu verwirren und die Revolution zur Kapitulation zu führen. Und alle Tatsachen, die gegen diese Auffassung sprechen, werden von "El Diario Internacional" geleugnet oder entsprechend seiner Notwendigkeiten zurecht gebogen.

Arces Opposition gegen die neue große Strategie stützt sich nach wie vor auf die Behauptung, sie könne keinesfalls vom Vorsitzenden Gonzalo kommen, da sie auf einer unkorrekten Einschätzung der politischen Lage basiere, gegen die Prinzipien und das Programm der PCP verstoße und im Widerspruch zu vorherigen Aussagen des Parteivorsitzenden stände.

Betrachten wir, worauf sich diese Ansichten stützen und welchen ideologischen und politischen Hintergrund sie haben.

Wie ist die Lage des peruanischen Staates wirklich?

Der Vorsitzende Gonzalo kommt bei seiner Beurteilung der derzeitigen Situation des peruanischen Staates zu dem Schluß, daß dieser Fortschritte bei der Lösung seiner drei Aufgaben, der Wiederbelebung des bürokratischen Kapitalismus, der Umstrukturierung des Staates und der Vernichtung des Volkskrieges gemacht habe. Er weist jedoch auch darauf hin, daß die Fortschritte relativ sind und der Staat vor der Notwendigkeit steht, diese zu konsolidieren, wozu er eine langfristige Regierung und langfristige Pläne benötigt. Diesen Teil der Ausführungen übersieht "El Diario Internacional", da er dazu dient zu begründen, wieso der reaktionäre Staat ein Friedensabkommen braucht. Arce stellt sie vielmehr als Zugeständnis dar, daß die peruanische Regierung die oben genannten Aufgaben erfüllt und folglich ihr System stabilisiert habe. Auf diese unwahre Behauptung stützt er seine Ablehnung der Einschätzung des Vorsitzenden Gonzalo. Darüber hinaus bestreitet er jedoch auch jede Art von Erfolgen des peruanischen Staates. Seiner Meinung nach befindet sich dieser in einer hoffnungslosen und verzweifelten Lage und steht kurz vor dem Zusammenbruch, was er als Hauptmotiv für die angebliche Erfindung der Friedensangebote des Vorsitzenden Gonzalo betrachtet.

Da alle Fakten gegen diese Ansicht sprechen, erfindet er seine eigenen, in dem Versuch zu belegen, daß der peruanische Staat wirtschaftlich, politisch und moralisch in einer tiefen Krise steckt. Das Wachstum des Bruttosozialprodukts verwandelt er in ein Sinken von 22% und den zunehmenden Kapitalfluß durch imperialistische Investitionen nach der Verhaftung des Vorsitzenden Gonzalo leugnet er, denn seiner Meinung nach gibt es aufgrund des inneren Krieges keine Investitionen. Die Kontrolle der vormals galoppierenden Inflation erwähnt er überhaupt nicht. Den Volksentscheid über die neue Verfassung stellt er als eine große Niederlage dar, obwohl dieser von der Regierung gewonnen wurde und immerhin dazu diente, den Weg für die Wiederwahl Fujimoris zu ebnen, die mittlerweile Wirklichkeit geworden ist.

Als wichtigstes Anzeichen der Krise des peruanischen Staates wertet Arce die zunehmende Verarmung des Volkes. Auf diese Art verwechselt er die Ausbeuter mit dem Volk, die objektiven Bedingungen der Revolution mit den subjektiven Bedingungen. Es stimmt zwar, daß das peruanische Volk heute mehr Hunger und Not erleidet als gestern und die objektiven Bedingungen für die Revolution existieren. Doch das bedeutet nicht, daß der alte Staat geschwächt ist und die Revolution gestärkt. Entscheidend ist vielmehr, wer in der Offensive ist und wer in der Defensive. Die vorübergehende Wiederbelebung des Imperialismus basiert nicht nur in Peru, sondern weltweit unter anderem auf der verstärkten Ausbeutung des Volkes, unter größtmöglicher Ausnutzung der Schwächung der Volkskämpfe als Folge der konterrevolutionären Offensive des Imperialismus, die jetzt schon seit Mitte der achtziger Jahre andauert. Zwar haben sich die Widersprüche zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten verschärft und die objektiven Bedingungen für die Revolution sind besser als vorher, doch den entscheidenden Faktor bilden die subjektiven Bedingungen, nämlich die Intensität und der Entwicklungsstand der Kämpfe des Volkes und vor allem die Situation seiner Partei, der kommunistischen Partei, denn ohne kommunistische Partei ist keine Revolution möglich und die politischen Kämpfe der Massen werden richtungs- und ziellos.

Doch da Arce die Rolle der kommunistischen Partei als Führung der Revolution nicht begreift, sondern für ihn die Waffen entscheidend sind, kommt er zu der Auffassung, daß alle Pläne des konterrevolutionären Krieges gescheitert sind und die Regierung eine vernichtende Niederlage nach der anderen erlitten habe.

Über die Situation des Volkskrieges

Entgegen der Position des Vorsitzenden Gonzalo, daß die Verhaftung der obersten Parteiführung und damit des Generalstabes des Volkskrieges die Revolution entscheidend geschwächt hat, vertritt Arce die Ansicht, sie habe keinerlei Auswirkungen gehabt. Der Volkskrieg befinde sich ganz im Gegenteil in einer ständigen Aufwärtsentwicklung und das Ziel der Machtübernahme sei zum Greifen nahe. Seiner Meinung nach entwickelt sich das strategische Gleichgewicht zugunsten der Revolution. Folglich könne von einer strategischen Wende nicht die Rede sein und ein Friedensabkommen nutze nicht der Revolution und dem Volk, sondern einzig und allein der peruanischen Reaktion und dem nordamerikanischen Imperialismus.

Arce Borja übersieht zwar nicht die Schläge, die die PCP in der letzten Zeit erhalten hat, doch er ist der Ansicht, daß "die revolutionäre Organisation in Peru die Fähigkeit hat, Schläge zu assimilieren", wobei er sich auf die brutalen Kampagnen des konterrevolutionären Krieges bezieht, denen die Revolution seit Jahren standgehalten hat. Den größten und entscheidendsten Schlag, die Verhaftung des Vorsitzenden Gonzalo und der zentralen Parteiführung der PCP jedoch, erwähnt er in dem Zusammenhang mit keinem Wort. Für ihn befindet sich der Volkskrieg in einer unaufhaltsamen Aufwärtsentwicklung und ist derzeit in der Phase des "Befreiungskrieges", ein Ausdruck, den er des öfteren gebraucht, obwohl die PCP niemals die derzeitige Etappe des Volkskrieges so charakterisiert hat. Zwar spricht der Vorsitzende Gonzalo in seiner Rede vom 24. September 1992 von der Perspektive einer verstärkten Unterjochung durch den Imperialismus, der von der Revolution verlangt, sich auf dem Weg der Volksbefreiung weiter zu entwickeln, was jedoch nicht das gleiche ist wie ein Befreiungskrieg und außerdem bedeutet, die entsprechenden Organisationen aufzubauen, das heißt, die Volksbefreiungsfront und die Volksbefreiungsarmee. Diese Aufgabe wurde bisher nicht erfüllt, denn es handelt sich nicht um eine einfache Namensänderung, wie der Spalterblock meint. Doch Arce folgt seinen peruanischen Gebietern und betrachtet diesen Schritt bereits als vollzogen, und mit seiner These des "Befreiungskrieges" geht er sogar noch weiter als diese.

Über die Situation des neuen Staates, der eine Errungenschaft des Volkskrieges ist, schreibt er, daß dieser sich weiter entwickelt und täglich an Stärke und Aktualität gewinnt. Und wie belegt er dies? Mit der zunehmenden Notwendigkeit des neuen Staates. Niemand, der die Interessen des Volkes verteidigt, zweifelt an dieser Notwendigkeit, doch die Frage ist, welcher Prozentsatz des peruanischen Volkes sich wirklich dessen bewußt ist. Und außerdem genügt nicht die Einsicht in die Notwendigkeit, der Wunsch. Es bedarf auch der realen Bedingungen, um diesen in die Praxis umzusetzen.

In einem Artikel vom November 1993 bringt er klar zum Ausdruck, wieso er meint, daß die Verhaftung des Vorsitzenden Gonzalo keinerlei Auswirkungen auf den Volkskrieg gehabt habe, wenn er schreibt: "Die Führung basiert auf der kollektiven Führung und der persönlichen Führerschaft des Parteivorstandes und der Führungskader, all das nach dem Prinzip, daß 'der Führer niemals stirbt'." Auf diese Art negiert er alles, was der Marxismus über die Führung der Revolution festgelegt hat, und verwandelt sie in eine kollektive Führung. Das steht in krassem Widerspruch zu dem, was der Vorsitzende Gonzalo in seinem "Interview" von 1989 sagt. Damals erklärte er, daß bisher jede proletarische Revolution in der Geschichte eine Führungsgruppe hervorgebracht und sich aus dieser der oberste Führer der Partei und der Revolution herauskristallisiert habe. Dieser Prozeß ist an die Herausbildung der sogenannten Leitgedanken gebunden, das heißt an ein eigenes Konzept des spezifischen Weges der Revolution in dem jeweiligen Land, wie hoch entwickelt dies auch immer sein mag. In Peru fiel diese Rolle durch das Zusammentreffen der historischen Notwendigkeit und des Zufalls dem Vorsitzenden Gonzalo zu, dessen Führerschaft sich auf die Gonzalogedanken stützt, die er hervorgebracht hat.

Wird also der Vorsitz der Partei als kollektive Führung betrachtet, ist das gleichbedeutend damit, daß auch das Gedankengut, auf das sich dieser stützt, ein Produkt der ganzen Partei ist. Damit beabsichtigt Arce, die Gonzalogedanken von der Person zu trennen, die sie hervorgebracht hat, und vertritt die These der "Gonzalogedanken ohne Gonzalo". Diese altbekannte Position des Revisionismus, die unter anderem von Teng Siao-ping vertreten wurde, bedeutet einen eklatanten Verstoß gegen die Parteibeschlüsse auf allerhöchster Ebene, die besagen:

"Doch außerdem, und das ist die Grundlage eines jeden obersten Parteiführers, bringt die Revolution Ideen hervor, die sie lenken und das Ergebnis der Anwendung der universellen Prinzipien der Ideologie des internationalen Proletariats auf die konkreten Bedingungen jeder Revolution sind. Diese Leitgedanken sind unverzichtbar für die Eroberung des Sieges und die Machtübernahme und darüber hinaus für die Fortsetzung der Revolution und die Beibehaltung des Kurses auf unser einziges, großartiges Ziel hin, den Kommunismus. Wenn die Leitgedanken einen qualitativen Entwicklungssprung von entscheidender Bedeutung für den revolutionären Prozeß, den sie lenken, vollführt haben, werden sie mit dem Namen dessen identifiziert, der sie theoretisch und praktisch hervorgebracht hat." ("Über die Gonzalogedanken", Grundsatzerklärungen des 1. Parteitages der PCP, 1989)

Es ist der Vorsitzende Gonzalo, der die PCP seit über 30 Jahren anführt, und der 1. Parteitag zollte seinem Wirken die verdiente Anerkennung, indem er unter anderem definierte, daß es ohne den Vorsitzenden Gonzalo und die Gonzalogedanken weder möglich gewesen wäre, die Partei wiederaufzubauen noch den Volkskrieg zu beginnen, aufrecht zu erhalten und zu entwickeln. Es stimmt zwar, daß bei Militäraktionen die Norm gilt, wenn der Befehlshaber der Einheit ausfällt, diesen sofort durch den nächsten in der Hierarchie zu ersetzen, um den Erfolg der Aktion nicht zu gefährden. Das Problem des Ausfalls des Parteichefs durch Verhaftung kann jedoch nicht durch das Nachrücken des nächsten in der Hierarchie gelöst werden, denn der oberste Führer der Partei und der Revolution benötigt ganz offensichtlich Eigenschaften, die sich erst im Klassenkampf selbst erweisen müssen. Es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen den Kadern, die auf den verschiedenen Organisationsebenen von der Partei für die Führungsaufgaben abgestellt werden und dem Parteivorsitzenden. Die verantwortlichen Kader werden von der Partei ernannt und können jederzeit wieder abberufen werden, während sich die Parteiführung und insbesondere der Parteichef auf eine anerkannte Autorität stützen, die sie in langen Jahren des Kampfes erworben haben, indem sie den Nachweis erbrachten, daß sie in Theorie und Praxis dazu in der Lage sind, die Partei und die Revolution auf dem Weg der Eroberung ihrer Ideale zum Erfolg und zum Sieg zu führen.

Wo ist die anerkannte Autorität des Spalterblocks, erworben in langen Jahren des Kampfes? Wo ist das Gedankengut, auf das Usurpatoren ihre Führerschaft stützen, wo die schöpferische Anwendung der universellen Prinzipien auf die konkreten Bedingungen? Nach der Verhaftung des Vorsitzenden Gonzalo waren sie weder dazu in der Lage, deren Auswirkungen auf die Partei, den Volkskrieg und die allgemeine politische Lage zu erkennen, noch haben sie die 3. Plenarsitzung zu Ende gebracht, um den noch ausstehenden Plan der Strategischen Entwicklung und den Militärplan zu beschließen. Die Situation war schwierig für sie, weil sie aufgrund ihrer beschränkten Fähigkeiten und der Kompliziertheit der Probleme nicht in der Lage waren, sie zu bewältigen. Doch anstatt diese Tatsache einzusehen, wuchsen ihre persönlichen Ambitionen und sie fühlten sich dazu berufen, die Führung zu übernehmen. Ihre Hauptsorge war der Machtkampf, um sich an die Spitze der Partei zu setzen, diese zu kontrollieren und sie zu ihrem " unabhängigen Königreich" zu machen. Heute schwadronieren sie: "Was können wir mehr vom Vorsitzenden Gonzalo verlangen, wo er uns bereits seine machtvolle Ideologie gegeben hat", und "der Vorsitzende Gonzalo ist unter der Kontrolle des Feindes", und sie sind so weit gegangen, ihn für tot zu erklären. Doch der Vorsitzende Gonzalo lebt und kämpft weiter in dem Gefechtsstand, wo er sich befindet, indem er seine Verantwortung als Parteichef übernimmt, den Kurs der Partei bestimmt und ihr eine Linie gibt.

Was hat es mit dem angeblichen Aufschwung des Volkskrieges auf sich? "El Diario Internacional" argumentiert damit, daß die Militäraktionen weitergehen und listet sie in jeder Nummer auf, nicht ohne darauf hinzuweisen, daß die Mehrheit der Aktionen nicht öffentlich gemacht wird. Doch unter Berufung auf einen internen Bericht der peruanischen Armee muß das Blatt zugeben, daß die Anzahl der Aktionen offensichtlich zurückgegangen ist, denn während die Militärs 1993 noch 3670 Aktionen der Partisanenvolksarmee registrierten, das heißt 305 im Monatsdurchschnitt, zählten sie von Januar bis August 1994 nur 156 im Monatsdurchschnitt, was, einen gleichbleibenden Rhythmus vorausgesetzt, umgerechnet auf das ganze Jahr 1872 ergebe. Das wäre die niedrigste Anzahl von Aktionen des ganzen Volkskrieges, die noch unter der seines Anfangsjahres 1980 liegt, als von Mai bis Dezember 1342 Militäraktionen durchgeführt wurden, was einen Monatsdurchschnitt von 163 ergibt. Noch deutlicher wird der Rückgang, wenn wir diese Zahlen mit denen von 1989 vergleichen, als in Umsetzung der 1. Kampagne des Planes "Die Entwicklung der Stützpunktgebiete vorantreiben" von Januar bis August 23090 Aktionen durchgeführt wurden, und es ist bekannt, daß in den darauf folgenden Jahren bis zur Verhaftung des Vorsitzenden Gonzalo im September 1992 eine bemerkenswerte, sowohl quantitative als auch qualitative Intensivierung des Volkskrieges erfolgte, und dieser den höchsten Punkt seiner Entwicklung Mitte 1992 erreichte. Auch wenn wir in Betracht ziehen, daß wir uns auf offizielle Zahlen der PCP stützen, während Arce die Statistiken der Reaktion heranzieht, die immer versucht hat, den Volkskrieg herunterzuspielen, bleibt die Tatsache eines so enormen quantitativen Rückgangs, so daß man sich fragt, woher Arce die Behauptung von der "machtvollen Aufwärtsentwicklung des Volkskrieges" nimmt. Und noch im Juni 1995 besteht er darauf, daß "weder die Verhaftung des Vorsitzenden Gonzalo noch das Betrugsmanöver des sogenannten 'Friedensabkommens' den Aufschwung des Volkskrieges verhindern konnten". Über die Qualität und den politischen Sinn der Aktionen macht er sich keinerlei Gedanken. Dieser Punkt ist uninteressant für ihn, weil für alle Militaristen "die Durchführung von Aktionen gleichbedeutend mit der Weiterentwicklung des Volkskrieges" ist, auch wenn diese politisch keinen Sinn haben, denn sie glauben nicht daran, daß die Politik den Krieg befehligen muß.

Die sogenannte Analyse Arces basiert ganz offensichtlich auf der Annahme einer angeblichen Schwächung der Reaktion und vermeintlicher Fortschritte der Revolution, die nicht den realen Bedingungen des Klassenkampfes, sondern seinem Wunschdenken entsprechen.

Widerspricht die Neue Große Strategie den Prinzipien der PCP?

Ein weiterer Einwand Arces gegen das Friedensabkommen ist, daß diese Politik unvereinbar ist mit den Prinzipien und dem Programm der PCP. Dabei beruft er sich auf die politische Generallinie und vor allem auf die im Parteiprogramm verankerten Prinzipien der PCP und beweist dabei seine vollkommene Unkenntnis von beiden. An keiner Stelle in der Generallinie und im Parteiprogramm ist davon die Rede, daß der Volkskrieg die einzige Kampfform ist, sondern sie wird als Hauptkampfform definiert, die entsprechend der konkreten Bedingungen eingesetzt werden muß. Es ist auch nirgends davon die Rede, daß der Volkskrieg, wenn er einmal begonnen hat, nicht abgebrochen werden kann, wenn die Bedingungen sich verändern.

Auch wird mit der Aufforderung zur Beendigung des Krieges keinesfalls die Machtübernahme auf einem friedlichen Weg propagiert und damit das Prinzip der revolutionären Gewalt als einzigem Weg zur Eroberung der Macht und der Errichtung des neuen Staates revidiert. Es geht einfach darum, daß sich der Volkskrieg unter den derzeitigen Bedingungen nicht entsprechend seiner politischen Zielsetzungen entwickeln und noch viel weniger siegen kann und somit seine Perspektive ein allmähliches Abbröckeln und bestenfalls eine "Kolumbianisierung" ist.

Andererseits weist der Vorsitzende Gonzalo im "Interview" von 1989 darauf hin, daß der Volkskrieg als höchste Entwicklung der Militärtheorie des Proletariats unbesiegbar ist, jedoch das Hauptproblem darin besteht, ihn entsprechend der konkreten Bedingungen in die Praxis umzusetzen. Es sind die Fehler bei seiner Umsetzung, die zu Niederlagen, zur Fehleinschätzung der eigenen Lage und der des Feindes und letztendlich zu Opportunismus und Niederlagen führen. Die Usurpatoren des Zentralkomitees der PCP und ihre Lakaien, darunter Arce Borja, haben ihre Unfähigkeit zur richtigen Analyse der Situation hinreichend bewiesen. Das bringt sie dazu, so zu tun, als sei nichts geschehen, als wäre nach der Verhaftung der obersten Parteiführung alles beim Alten, und so setzen sie ohne Sinn und Verstand das Bekannte fort. Aus diesem Grunde ist die Linie, die sie vertreten, nicht linksradikal, wie man aufgrund ihrer revolutionären Phrasendrescherei annehmen könnte, sondern rechtsopportunistisch, konservativ.

Steht die Neue Große Strategie im Widerspruch zu früheren Aussagen des Vorsitzenden Gonzalo?

Ebenso wie die Revisionisten des sogenannten "Zentralkomitees" benutzt auch Arce frühere Texte und Dokumente des Vorsitzenden Gonzalo, um sich gegen die neue große Strategie zu wenden. Dabei werden Aussagen der obersten Parteiführung, die zumeist grundsätzliche Frage behandeln, welche überhaupt nicht zur Debatte stehen, aus dem Zusammenhang gerissen in dem Versuch, sie gegen Aussagen, die sich auf die derzeitige Situation beziehen, auszuspielen.

Arce besitzt die Dreistigkeit, frühere Äußerungen des Vorsitzenden Gonzalo für ein angebliches "Interview" zu benutzen, indem er Zitate aus verschiedenen Dokumenten der PCP, die in unterschiedlichen Momenten entstanden sind, entsprechend seiner Notwendigkeiten zusammenstellt. Dabei hebt er insbesondere ein Zitat aus dem Interview von 1989 hervor, in dem sich der Vorsitzende Gonzalo auf die Situation Ende der achtziger Jahre bezieht, als der Revisionismus den Dialog zwischen der PCP und der Regierung propagierte und sich selbst als Vermittler anbot. Arce betrachtet die berechtigte Zurückweisung dieser Versuche des Revisionismus, den Kurs der Revolution umzulenken, als prinzipielle Ablehnung jeder Art von Verhandlungen. Dabei übergeht er einfach die Erfahrung von 150 Jahren proletarischer Weltrevolution, die zeigt, daß Kompromisse und Verhandlungen ein gängiges Mittel in allen revolutionären Prozesse waren, und beschuldigt damit im Grunde den Vorsitzenden Gonzalo desselben engstirnigen Dogmatismus, der ihm eigen ist.

In Nachahmung des Spalterblocks in Peru benutzt er die Rede des Vorsitzenden Gonzalo von September 1992, um seine Billigware besser verkaufen zu können, indem er sie als Aufruf zur Eroberung der Macht darstellt. Die Rede ruft jedoch an keiner Stelle zur Machtübernahme auf, sondern fordert zum Kampf um die Zielsetzungen auf. Und welches waren die Zielsetzungen zu dem Zeitpunkt? Es ging darum, die Schwierigkeiten zu bewältigen, die notwendigerweise durch die Verhaftung des Parteichefs entstehen mußten, ihre Auswirkungen richtig zu analysieren und die 3. Plenarsitzung des Zentralkomitees zu Ende zu führen. Und wenn der Vorsitzende Gonzalo davon spricht, daß der peruanische Staat ein Papiertiger ist, bezieht er sich eindeutig auf das Zitat des Vorsitzenden Mao, wo dieser sagt, daß der Imperialismus und alle Reaktionäre strategisch Papiertiger sind, jedoch taktisch sehr ernst zu nehmen sind. Wie kann jemand auf die Idee kommen, daß ausgerechnet nach dem härtesten Schlag, den die Revolution je erhalten hat, der alte Staat geschwächt ist und die Bedingungen für die Machtübernahme besser geworden sind?

Dahinter steckt die Unfähigkeit zu begreifen, daß es sich um eine strategische Wende handelt, um eine vollkommen neue Situation in der Geschichte der proletarischen Weltrevolution. Niemals zuvor befand sich eine Revolution in der Situation, daß inmitten eines erfolgreichen Volkskrieges die oberste Parteiführung in die Hände des Feindes fiel und aus der Gefangenschaft einen strategischen Rückzug anführen mußte.

Die sogenannte "Operation Kapitulation"

Da die Briefe und Dokumente über die neue große Strategie der PCP doch nicht so wirkungslos blieben, wie Arce vorgibt, sieht er sich bemüßigt, eine Erklärung für die sprachlichen und formalen Übereinstimmungen mit anderen Texten der Partei, sowie für die aus ihnen hervorgehende genaue Kenntnis interner Vorgänge der PCP zu suchen. Zu diesem Zweck erfindet er im November 1994 die sogenannte "Operation Kapitulation", die die These des sogenannten Komplotts weiterentwickelt. Nunmehr präsentiert "El Diario Internacional" im Stil einer sensationellen Enthüllung das Friedensabkommen als einen Plan, der vom peruanischen Geheimdienst (SIN) unter der Anleitung der nordamerikanischen CIA ausgeführt wurde, und dazu dienen soll, den Mythos des Vorsitzenden Gonzalo zu zerstören, indem sie ihn als gemeinen Kapitulatoren darstellen. Um diese These zu fabrizieren, greift Arce zurück auf bekannte und unbestrittene Tatsachen, wie den Gebrauch der Briefe durch die peruanische Regierung, ihre antisubversive Politik und eine ausschweifende Schilderung des sogenannten "peruanischen Rasputins" Montesinos, der nach Meldungen der peruanischen Presse der Verhandlungspartner des Vorsitzenden Gonzalo gewesen sein soll. Dem fügt er Meinungen und Spekulationen der bürgerlichen und revisionistischen politischen Opposition hinzu, die gegen ein Friedensabkommen ist, interpretiert sie entsprechend seiner Notwendigkeiten, und würzt dann das Ganze mit seiner eigenen phantasievollen Sicht der Dinge.

Der Vorsitzende Gonzalo zeigt bereits in der Darstellung der Grundlagen für ein Friedensabkommen auf, daß dieses möglich geworden ist, weil es in diesem Punkt eine Interessenübereinstimmung gibt, was jedoch keinesfalls heißen soll, daß die Interessen der Reaktion und des Volkes identisch sind. Dem fügt er hinzu, es sei unvermeidlich, daß die Gegenseite versuchen werde, den größtmöglichen Vorteil aus der Situation zu ziehen. Er sagt wörtlich: "Die Gegenseite verfolgt auch ein klares Ziel, nämlich zu verhindern, daß wir uns je wieder erheben und daß sich der Volkskrieg niemals mehr wiederholt..." ("Die Neue Große Entscheidung und die Neue Große Definition aufgreifen und für sie kämpfen!") "... die Opposition, darunter der Revisionismus und der Opportunismus verbreiten Verwirrung, zu der die Regierung selbst beiträgt, obwohl sie im Grunde vor der Notwendigkeit steht, den Krieg zu beenden", "sie werden alles, was in ihrer Macht steht, tun, um ihren Plan der 'Pazifizierung' durchzusetzen und ein Abkommen zu verhindern, und wenn es um dessen Ausarbeitung geht, werden sie darauf bestehen, ihre Kriterien der Pazifizierung durchzusetzen, ein Abkommen zu umgehen und versuchen, uns einzig und allein ihren Gesetzen, wie dem 'Reuegesetz' und anderen, zu unterwerfen." ("Für ein Friedensabkommen kämpfen und die Grundlagen für den 2. Parteitag schaffen!")

Arce konzentriert sich also einmal mehr auf die Interessen der peruanischen Reaktion, indem er sich diese Bestrebungen und Angriffe zunutze macht, und zeigt sich blind gegenüber denen des Volkes und der Revolution. Das ist die Grundlage für die Erfindung einer sogenannte "Operation Kapitulation". Arce behauptet, der Vorsitzende Gonzalo selbst sei vermutlich bereits tot oder sein Wille sei durch Folter gebrochen worden, und der peruanische Geheimdienst habe für die Durchführung seines Plans eine Gruppe von "Infiltrierten, Verrätern, Kapitulatoren und bekannten Revisionisten" rekrutiert, womit er sich auf die Parteiführer bezieht, die die Neue Große Strategie befürworten. Diese Behauptung steht im Zusammenhang mit einer weiteren Lüge des Spalterblocks, der zu feige, sich dem Vorsitzenden Gonzalo selbst entgegenzustellen, dazu überging, seine Angriffe gegen diejenigen zu richten, die öffentlich ihre Unterstützung für das Friedensabkommen erklärt hatten, und ihnen später unterstellte, sie hätten im Dienst des SIN die Dokumente zu seiner Untermauerung ausgearbeitet. Diese Lügengeschichte diente ihnen als Vorwand, um die Position des Vorsitzenden Gonzalo unbesehen zurückzuweisen und die betreffenden Texte zu verstecken.

Daher sieht sich auch Arce der Notwendigkeit enthoben, diese Dokumente zu analysieren und widmet lediglich dem Bericht "Die Neue Große Entscheidung und die Neue Große Definition aufgreifen und für sie kämpfen!" einen kurzen Abschnitt. Dieser umfangreiche Text, der eine meisterhafte Weiterentwicklung des Denkens des Vorsitzenden Gonzalo enthält, bezeichnet er als ein Machwerk "voller Sophismen, weit entfernt vom wahren Maoismus", das "wirklich die Grundlagen der proletarischen Ideologie revidiert". Er verdreht und verfälscht seinen Inhalt, indem er behauptet, das Dokument "... leugnet die Gültigkeit des Volkskrieges", "erkennt die 'Lebensfähigkeit' des bürokratischen Kapitalismus an", "applaudiert den wirtschaftlichen und antisubversiven Erfolgen des Diktators Fujimori", "leugnet die Führungsrolle der Arbeiterklasse" und betrachte "die Revolution als eine Angelegenheit, die bis zum 21. Jahrhundert aufgeschoben werden muß". All diese angeblichen Positionen und Kriterien sind eine glatte Erfindung zur Verschleierung des Mangels an stichhaltigen Gegenargumenten.

Auf diese Art dient die Theorie der sogenannten "Operation Kapitulation" Arce in Erfüllung der Befehle des revisionistischen Spalterblocks dazu, bewährte Parteimitglieder zu diffamieren, die meisterhafte Untermauerung der neuen großen Strategie zu verdrehen und zu verfälschen und dem Vorsitzenden Gonzalo zu unterstellen, er sei unter der Folter zerbrochen. Auf den letzten Punkt kommt er in einem Artikel von Juni 1995 zurück, der widersprüchlicherweise den Titel "Heroischer Widerstand eines Kämpfers" trägt. Darin sieht er seine Spekulationen durch Äußerungen von Fujimori bestätigt, der geäußert hatte, niemand könne lange Zeit unter den Bedingungen überleben, unter denen sich der Vorsitzende Gonzalo befindet, und daß dieser nicht mehr lange zu leben habe, jedoch vor seinem Tod noch ein sehr wichtiges Interview geben werde. Wundersamerweise glaubt Arce diese Mal jedes Wort Fujimoris und interpretiert seine Äußerungen als die Vorbereitung der öffentlichen Meinung für die Ankündigung des Todes des Vorsitzenden Gonzalo und Epilog der "Operation Kapitulation". Schon im voraus qualifiziert er jede öffentliche Erklärung des Vorsitzenden Gonzalo als eine weitere Montage, "die wie die 'Friedensbriefe' aus den Laboratorien des Geheimdienstes kommen wird".

Wie "El Diario Internacional" den Revisionismus durchzusetzen versucht

Bereits im November 1993 geht Arce dazu über, in Verteidigung seiner parteifeindlichen Positionen die sogenannten "Apologisten Fujimoris" zu bekämpfen, und zielt damit hauptsächlich auf die MPPs, die Massenorganisationen der PCP für die Arbeit im Ausland, die er als Kapitulatoren, Renegaten und Polizeispitzel verunglimpft. Was war der Grund für diese wütenden Angriffe? Der erste und wohl auch wichtigste Grund bestand darin, daß die MPPs ihre Unterstützung beim Vertrieb von "El Diario Internacional" einstellten, weil sie die Position Arce Borjas als sehr voreilig betrachteten. Der zweite Anlaß war, daß es dem Vorsitzenden Gonzalo Ende Oktober 1993 gelang, sich telefonisch mit seinen Angehörigen in Europa in Verbindung zu setzen. In diesem Telefongespräch bestätigte er die Echtheit der Briefe und übermittelte außerdem eine Direktive, die er bat zu verbreiten. Im Unterschied zu den MPPs, die keine Sekunde an der Authentizität des Anrufs zweifelten, wurde sie von anderen, darunter Arce Borja, sofort als Teil des "Betrugsmanövers" des Regierung betrachtet, woraufhin sie alle, die die Direktive des Vorsitzenden Gonzalo verbreiteten, zu Komplizen und Agenten der peruanischen Regierung erklärten, die laut Arce einem angeblichen Plan zur Ermordung des Vorsitzenden Gonzalo dienten.

Fast zur gleichen Zeit bildete ein Grüppchen in Malmö einen parallelen MPP, der im November 1993 in "El Diario Internacional" eine Erklärung herausgab, ein Dokument, das bereits im ersten Satz seinen parteifeindlichen Charakter offenbart, denn dort erklären seine Verfasser ihre Unterordnung unter die Erklärung des sogenannten Zentralkomitees vom 7. Oktober und nicht unter den Vorsitzenden Gonzalo, wie es in der Partei und seinen Unterorganisationen üblich ist. Diese Leute verbünden sich mit Arce und unterstützen die Angriffe auf die MPPs, die bis hin zu Drohungen und tätlichen Angriffen gehen. Niemand von ihnen griff in irgendeinem Moment den Inhalt der Direktive des Vorsitzenden Gonzalo auf, um sie mit Argumenten zu widerlegen. Ebenso wenig taten sie dies mit den Dokumenten, "Über die neue große Strategie", "Die Neue Große Entscheidung und die Neue Große Definition aufgreifen und für sie kämpfen!" und "Für ein Friedensabkommen kämpfen und die Grundlagen für den 2. Parteitag schaffen!", die Anfang 1994 veröffentlicht wurden und die neue große Strategie, die politische Generallinie und die Generalpolitik begründeten und so zu ihrem tieferen Verständnis beitrugen. Sie versuchten auch nicht, die sogenannten "Apologisten" zu überzeugen, indem sie versucht hätten, ihre Argumente zu widerlegen, sondern beschränkten sich darauf, sie als Konterrevolutionäre abzustempeln, wobei sie sich auf die Befehle ihrer Gebieter in Peru stützten, wie später bekannt wurde. Indem sie sich auf ihre These der sogenannten "Betrugsmanövers" versteiften, verweigerten sie jede Art von Gespräch oder Zusammenkunft mit den MPPs und anderen Befürwortern des Friedensabkommen, und führten an, daß es "mit Konterrevolutionären nichts zu debattieren gäbe". In den folgenden Monaten tauchten andere, ähnliche Grüppchen in verschiedenen Ländern auf, darunter in Belgien und den USA. Sie alle wurden von Leuten gebildet, die niemals zuvor bereit gewesen waren, organisiert und gemäß der Richtlinien der PCP zu arbeiten.

Auf diese Art betrachtet "El Diario Internacional" das Problem der MPPs als gelöst, und in seiner folgenden Nummer geht das Blatt dazu über, all jene anzugreifen, die sich bis dahin noch nicht gegen das Friedensabkommen ausgesprochen hatten, wobei ihr Hauptangriffsziel die RIM ist. Der zentrale Punkt der Anschuldigungen gegen diese Organisation ist, neben dem Vorwurf "eines hinterhältigen Kampfes gegen diese Zeitung" wegen der Einstellung der Unterstützung bei ihrem Vertrieb, die Kritik an der Position, daß einer öffentlichen Stellungnahme eine umfassende Untersuchung vorauszugehen habe und mehr Informationen nötig seien, und daß der Kampf bis dahin als ein internes Problem behandelt werden müsse. In dem Versuch, sich als großer Marxist zu profilieren, bemüht Arce Marx, Lenin und den Vorsitzenden Mao, um seine Position zu untermauern, daß "es nicht ratsam ist, den Mund zu halten, wenn prinzipielle Fragen auf dem Spiel stehen". Kennt er wirklich nicht die Praxis der internationalen kommunistischen Bewegung, Probleme so weit wie möglich intern zu lösen, um dem Feind keine unnötigen Angriffsflächen zu bieten? Wenn er schon vorgibt, dem Vorbild der großen Führer der Weltrevolution zu folgen, warum greift er dann nicht das Beispiel des Kampfes des Vorsitzenden Mao gegen den Revisionismus von Chruschtschow auf, den die Kommunistische Partei Chinas trotz mehrerer frontaler öffentlicher Angriffe der KPdSU erst nach acht Jahren an die Öffentlichkeit trug? Diese Tatsachen interessieren Arce nicht, weil sein Anliegen ein anderes ist, nämlich das, weiterhin auf der Welle der internationalen Unterstützung der PCP, des Volkskrieges und der peruanischen Revolution mitzureiten, und wenn er zu diesem Zweck den Marxismus verfälschen muß, ist ihm das recht.

Arces These vom "frontalen Kampf gegen die Kapitulation"

Der Kampf gegen den "Opportunismus" der RIM, wie Arce ihn bezeichnet, setzt sich in den folgenden Nummern von "El Diario Internacional" fort und spitzt sich zu, als sich das Führungskomitee der RIM im März 1995 öffentlich gegen die Politik des Vorsitzenden Gonzalo ausspricht. Dieser sogenannte politische Kampf ist eine weitere aufschlußreiche Demonstration der Methoden und der Auffassung von politischem Kampf des Spalterblocks und seiner Lakaien im Ausland. Ein zentraler Kritikpunkt an der Erklärung der RIM ist, außer, daß sie verspätet erfolgt ist, das Kriterium, es handele sich um ein internes Problem, um eine abweichende Linie innerhalb der PCP. Unter Berufung auf die von ihm erfundene "Operation Kapitulation" erklärt Arce, das sei unrichtig, denn es gehe nicht um ein internes Problem, sondern um ein Komplott der Polizei, das von der Reaktion erfunden worden sei, und als solches offengelegt und verurteilt werden müsse. Daher könne also nicht von einer abweichenden Linie die Rede sein, zumal das "Betrugsmanöver" keinerlei Auswirkungen auf die Partei gehabt habe, denn die Elemente, die das Friedensabkommen verteidigen seien ausgeschlossen worden, und so sei ihnen jede Möglichkeit genommen worden, auf die PCP Einfluß zu nehmen.

Diese These enthüllt, wie Arce den Zweilinienkampf versteht. Obwohl er selbst darauf hinweist, daß der Zweilinienkampf Klassenkampf ist, das heißt, der Kampf gegen die bürgerliche und revisionistische Ideologie innerhalb der Partei und außerdem die Triebkraft ihrer Entwicklung und die einzige Form, zu einer festen Einheit auf der Grundlage der proletarischen Linie zu kommen, betrachtet er das Problem mit dem Parteiausschluß der sogenannten "Kapitulatoren" nach "einem harten Kampf auf ideologisch-politischem und militärischem Gebiet zur Liquidierung des Komplotts" als gelöst. Dabei unterscheidet er noch nicht einmal zwischen den Anführern und den Massen, die vermeintlich von diesen betrogen worden sind. Er meint nämlich, mit dem Ausschluß der Personen werden automatisch deren Ideen ausgeschlossen und es bleiben nur die "reinen Kommunisten" zurück. Das ist eine altbekannte Praxis der Revisionisten.

Dieses Konzept des politischen Kampfes ist zutiefst metaphysisch und bürgerlich, denn es zielt auf die Personen und nicht auf die Ideen. Die marxistische Auffassung basiert dagegen auf dem Widerspruch als allgemeines Gesetz, das die Veränderung aller Materie bestimmt, das heißt auch des Menschen als ihr am höchsten entwickelter Ausdruck. Diese Veränderung erfolgt durch den Kampf der beiden Seiten des Widerspruchs, denn alles ist zweigeteilt, das Richtige existiert neben den Unrichtigen, das Neue neben dem Alten, und aus diesem Grunde ist der Mensch dazu in der Lage, die Welt schöpferisch zu verändern, und das fängt mit seiner eigenen Veränderung an. Die Kommunisten unterscheiden sich von den Nichtkommunisten durch die bewußte Handhabung des Widerspruchs. Die proletarische Linie einer kommunistischen Partei fällt nicht vom Himmel. Sie entsteht auch nicht dadurch, daß diese sich nur aus geborenen Kommunisten zusammensetzt, sondern muß in einem langen und hartnäckigen Kampf um die Veränderung der Köpfe durchgesetzt werden, und daraus erfolgt die Veränderung der Gesellschaft. Das Neue entsteht und entwickelt sich inmitten des Alten, die proletarischen Ideen entstehen inmitten der bürgerlichen Ideen, die Organisation des Proletariats als neue Klasse, die kommunistische Partei, entwickelt sich inmitten der alten Gesellschaft, und durch die Menschen, die sie bilden, dringt die alte Ideologie jederzeit in sie ein. Es ist unmöglich, die Türen vor der bürgerlichen und revisionistischen Ideologie zu verschließen, wie uns der Spalterblock weismachen will. Und auch wenn es wahr wäre, daß es sich um ein Polizeikomplott handelt, würde dieses wie jede andere Aktion des psychologischen Krieges notwendigerweise auf die Mitglieder der Partei einwirken.

Wann erfolgte der "harte Kampf auf ideologisch-politischem und militärischem Gebiet zur Liquidierung des Komplotts", von dem Arce spricht? Aus Peru wissen wir, daß die Usurpatoren des Zentralkomitees systematisch die Dokumente, die die strategische Wende begründen, geleugnet und versteckt, jede Debatte verhindert und die Massen, die eine Orientierung verlangten, bedroht und als Konterrevolutionäre beschimpft haben, während sie alle, die für ein Abkommen sind als Kapitulatoren, Renegaten und Verräter verunglimpft haben und auch vor dem Mord an Kommunisten, Kämpfern der revolutionären Armee und Massen nicht zurückgeschreckt sind. Und hier in Europa verweigerten die Verteidiger des Spalterblocks jede offene Debatte, und nach Berichten von "El Diario Internacional" löste das sogenannte "Zentralkomitee" mit einer berüchtigten "Internationalen Direktive" bereits im November 1993 alle MPPs auf und verfügte ihre Reorganisierung. Das heißt, es wurden alle Apparate auf einmal ausgeschlossen, obwohl von diesen bis dahin weder eine Position noch eine Erklärung abgegeben worden war, die über Einzelmeinungen hinausgegangen wäre.

Wenn wir die Ausführungen von "El Diario Internacional" weiter verfolgen, verstehen wir den Hintergrund dieser Methoden. Arce führt aus, daß es nicht antagonistische und antagonistische Widersprüche gibt, zu deren Lösung es unterschiedlicher Methoden bedarf. Für ihn wird ein Widerspruch dann antagonistisch "wenn er mit den ideologischen und programmatischen Prinzipien in Konflikt kommt". Die korrekte Methode zur Lösung eines nicht antagonistischen Widerspruches ist nach seiner Auffassung die Kritik und Selbstkritik, während die antagonistischen Widersprüche mit "radikalen Methoden des Kampfes, darunter ... die Säuberung" gelöst werden müssen.

Diese Auffassungen sind eindeutig antimarxistisch. Es handelt sich um revisionistische Verfälschungen des politischen Kampfes, mit denen versucht wird, die sogenannten "Parteiausschlüsse" zu rechtfertigen, eine Bezeichnung, hinter der sich die Bestrebungen der Usurpatoren verstecken, die darauf abzielen, die Partei zu spalten und zu zerstören. Denn sie wissen sehr wohl, daß dieses Vorgehen vollkommen von der langen Praxis der PCP im internen Kampf abweicht. Der Wiederaufbau der Partei, der fast zwei Jahrzehnte des Kampfes gegen den Revisionismus bedeutete, enthält große Lektionen über die richtige Behandlung von Widersprüchen. Einen beträchtlichen Teil dieser Zeit befand sich die Parteiführung in Händen des Revisionismus. Die rote Fraktion mit dem Vorsitzenden Gonzalo an der Spitze bildete sich zu Anfang der sechziger Jahre mit dem Ziel, die Partei auf den richtigen Kurs zu bringen, damit sie ihre historische Aufgabe der Eroberung der Macht, des Aufbaus des Sozialismus und die Weiterentwicklung in Richtung Kommunismus erfüllen könne. Die Fraktion, die anfangs eine verschwindende Minderheit war, nahm einen langen, beständigen und hartnäckigen Kampf gegen den Revisionismus auf, indem sie versuchte, dessen Anführer zu isolieren und die Basis für sich zu gewinnen, und konnte so schließlich 1971 die Führung der Partei übernehmen. Und auch danach gab es revisionistische Linien in der Partei, bis endlich 1979 die "Rechtsopportunistische Linie", genannt LOD besiegt wurde, die sich gegen den Beginn des bewaffneten Kampfes wandte. Alle diese abweichenden Linien widersetzten sich dem bewaffneten Kampf und dem Weg zur Eroberung der Macht, denn das Zentrum des Wiederaufbaus der Partei war die Durchsetzung der proletarischen Ideologie gegen den Revisionismus, um die Partei als Kampfmaschine aufzubauen und die politische Generallinie mit der Militärlinie als wichtigstem Bestandteil festzulegen.

Wenn der Vorsitzende Gonzalo und die rote Fraktion "radikale Methoden des Kampfes" gegen den Revisionismus angewendet und alle, die von der proletarischen Linie abweichende Positionen vertraten, ausgeschlossen und ihre Position mit Gewalt durchgesetzt hätten, wie Arce vorschlägt, hätte die Partei schon bald keine Mitglieder mehr gehabt und wäre zerstört worden. Der gesamte Prozeß des Wiederaufbaus belegt dagegen, daß die Kommunisten den Parteiausschluß, die höchste mögliche Sanktion der Partei, nur bei Personen anwendeten, die nach einem langen inneren Kampf gezeigt hatten, daß sie nicht bereit waren, sich zu korrigieren, und selbst diesen Leuten wurde die Wiederaufnahme nicht verwehrt, wenn sie sich später berichtigten. Niemals, noch nicht einmal im Fall von unverbesserlichen Revisionisten wurde physische Gewalt oder gar die Liquidierung gebraucht. Dagegen läßt sich feststellen, daß der Ausschluß ganzer Blöcke, die Auslieferung an die Polizei und politische Morde eine gängige Praxis der Revisionisten war.

Da es schwer ist, diese Tatsachen zu leugnen, verdreht Arce die These des Vorsitzenden Mao, daß der Hauptwiderspruch entsprechend der historischen Bedingungen wechselt und andere in den Hintergrund treten können (zum Beispiel, je nach Art der Revolution, ob demokratische, sozialistische oder Kulturrevolution, oder im Fall eines antiimperialistischen Krieges), und behauptet, daß der Charakter des Widerspruchs "von den historischen Bedingungen abhängt". Nach seiner Auffassung ist in einer Partei, die Krieg führt, "das Epizentrum aller Widersprüche der bewaffnete Kampf und der Weg zur Eroberung der Macht" und "innerhalb des gleichen Phänomens des Kampfes der beiden Seiten wird ein nicht antagonistischer Widerspruch zu einem antagonistischen". Demnach wäre im Fall der PCP im Grunde jeder Widerspruch ein antagonistischer und müßte nach Arce mit einem "frontalen Klassenkampf" gelöst werden.

Doch da die PCP auch im Verlauf des Volkskrieges diese Methoden niemals angewendet hat, will Arce uns weismachen, es könne eine abweichende Linie innerhalb der Partei geben, ohne daß diese antagonistisch ist, indem er ausführt "die abweichende Linie bleibt so lange nicht antagonistisch, als sie keine Negierung der Partei und der Revolution selbst beinhaltet" und wird erst "dann antagonistisch, wenn sie unvereinbare Interessen zum Ausdruck bringt". Diese Behauptung ist absurd. Wie kann es eine abweichende Linie geben, die nicht die Partei und die Revolution negiert? Jede abweichende, das heißt nicht proletarische Linie in einer kommunistischen Partei ist revisionistisch und beinhaltet die komplette Negierung des Marxismus, unabhängig von den spezifischen historischen Bedingungen, und auch wenn sie sich als revolutionär ausgibt. Desgleichen kann es kein falsches Verhalten oder Kriterium, keine unkorrekte Idee oder Position geben, die nicht gewollt oder ungewollt mit der Partei, der Revolution und der proletarischen Linie in Konflikt kommt. Der Vorsitzende Gonzalo lehrt uns, daß jeder Ausdruck bürgerlicher oder revisionistischer Ideen antagonistisch zur proletarischen Linie ist, jedoch der Grad ihrer Entwicklung entscheidend ist:

"... wenn man einen Kampf führt, muß man sehen, was proletarisch, welches die proletarische Linie, und was nicht proletarisch ist. Die proletarische Linie ist antagonistisch zur bürgerlichen Linie. Es sind zwei Linien, die sich diametral gegenüber stehen, doch der Grad ihrer Bewußtheit kann größer oder geringer sein. Da wird der Widerspruch angewandt. Wenn sich ein Kampf entwickelt, gehen wir davon aus, daß es sich um zwei gegensätzliche Linien handelt, auf der einen Seite eine proletarische Linie, auf der anderen Seite eine bürgerliche Linie, oder auch eine proletarische Front und eine bürgerliche Front, die Bezeichnung ist unwichtig. Tatsache ist, daß ein Widerspruch besteht, doch dieser einen unterschiedlichen Grad der Entwicklung haben kann. Wenn wir den Zweilinienkampf führen, ist dieser frontal, und es bilden sich dann Fronten, der Kampf ist offen, unverhüllt, in zwei Fronten." ("Möge die Hälfte des Himmels einmal mehr in der neuen Etappe als Beispiel dienen!", Vorsitzender Gonzalo, 1994)

Wenn also alle Fehler und Irrtümer mit der Ideologie, der Partei, dem Volkskrieg, dem Weg der Revolution oder den kommunistischen Prinzipien in Konflikt kommen, müßten sie nach der Auffassung Arces "frontal bekämpft" werden und mit "radikalen Maßnahmen, mit Säuberung" bestraft werden. Das genau ist die Methode, die heute die Revisionisten des Spalterblocks anwenden, indem sie versuchen, ihre revisionistische Linie mit Gewalt durchzusetzen, um ihre Herrschaft über die Apparate der Partei, der Armee und die Massenorganisationen zu sichern.

Wer jedoch von den Interessen des Volkes und der Partei ausgeht, gebraucht den politischen Kampf auf eine Weise, die den größtmöglichen Nutzen für die Entwicklung der Revolution bedeutet. Dabei geht es hauptsächlich darum, den Revisionismus in der Form wie er auftritt, zu besiegen, um die Partei zu vereinen und die Massen für sich zu gewinnen. Die Methode richtet sich nach dem Grad der Entwicklung des Widerspruchs. Solange er sich in vereinzelten Verhaltensweisen, Kriterien, Ideen, Meinungen oder opportunistische Positionen äußert, kann er als Kampf im Schoß des Volkes behandelt werden, der darauf abzielt, zu erziehen und zu überzeugen. Dazu dient die Methode der Berichtigungskampagnen, die in der PCP angewandt wurde, solange keine strukturierte revisionistische Linie bestand. Dazu sagt der Vorsitzende Gonzalo:

"Die Erfahrung der Partei im Zweilinienkampf ist sehr groß ... Es ist uns gelungen, den Opportunismus zu verhindern. Dazu haben wir die Berichtigungskampagnen durchgeführt. Das ist die Art des Kampfes, den man anwendet, wenn es keine opportunistische Linie gibt. Die Berichtigungskampagne besteht, wie uns der Vorsitzende Mao lehrt, aus dem Studium der Politik auf der Grundlage der Dokumente der Partei und entwickelt dabei die Kritik und die Selbstkritik. Sie wendet die marxistische Methode des Argumentierens und der Erziehung an, um zu überzeugen. Die Erfahrung der Partei hat uns gezeigt, daß, obwohl wir diese Form für den Kampf im Schoße des Volkes anwenden, solange es keine opportunistische Linie gibt, bei gewissen Personen und in gewissen Fällen ein antagonistischer Kampf notwendig sein kann ..." (Ebd.)

Die Situation verändert sich, wenn sich eine opportunistische Linie herausgebildet hat. In diesem Fall ist es nicht mehr möglich, zu erziehen und zu überzeugen, sondern es muß ein intensiver Kampf geführt werden, um diese Linie auszumerzen, die die Existenz der Partei bedroht, und die angebrachte Methode ist der Zweilinienkampf, wie der Vorsitzende Gonzalo in Bezugnahme auf die Neue Opportunistische Linie ausführt:

"Heute ist die Berichtigungskampagne nicht angebracht. Wir befinden uns in einem Zweilinienkampf, denn wir haben es mit einer neuen opportunistischen, in ihrer Essenz revisionistischen Linie zu tun. Heute ist kein Kampf im Schoß des Volkes angebracht, denn es handelt sich um einen antagonistischen Widerspruch, um die antagonistische Durchführung des Zweilinienkampfes gegen eine abweichende Linie. Dabei ist ein Unterschied zu machen zwischen den Apparaten, wo die proletarische Linie führt, und denen, wo die opportunistische Linie herrscht..." (Ebd.)

Hier heißt es klar und deutlich: "die antagonistische Durchführung des Zweilinienkampfes gegen eine abweichende Linie", jedoch nicht "frontaler Kampf" oder "radikale Kampfmaßnahmen" oder "Kampf auf militärischem Gebiet", wie Arce anführt. Ein Beweis des klugen und entschlossenen Kampfes gegen die abweichende Linie ist die Selbstkritik der Genossin Nancy, der erlaubt wurde, sich zu korrigieren und eine öffentliche Selbstkritik zu leisten, und damit ihrer Verpflichtung als Kommunistin nachzukommen, obwohl sie eine der Anführerinnen des Spalterblocks war und der peruanischen Revolution und der Weltrevolution großen Schaden zugefügt hat.

Es sind deutlich zwei Formen der Behandlung von Widersprüchen auszumachen: die revisionistische Methode und die marxistische Methode, die zwei Klassenpositionen entsprechen, der der Bourgeoisie und der des Proletariats. Das Proletariat sucht den größtmöglichen Nutzen für seine Klasse und das Volk, die Bourgeoisie will ihren Privatbesitz und ihre Macht erhalten, und was sie nicht kontrollieren kann, zerstört sie, und ihr dienen Arce und andere Opportunisten, auch wenn sie sich als Revolutionäre verkleiden.